Der freie Wille

So ein Text ist etwas höchst organisches. Er hat seinen eigenen Willen und seine eigene Richtung. Manchmal habe ich ein komplettes Textkonzept im Kopf. Ein netter Beitrag, ein bisschen persönlich, ein bisschen witzig, aber wenn ich dann anfange den Beitrag zu schreiben, kommt auf einmal etwas völlig anderes auf den Bildschirm. Mein Konzept kann ich mir höchstens für ein anderes Mal aufheben, denn der Text will in dem Moment einfach sein, und zwar genauso wie er das will und nicht so wie ich mir das vorgestellt habe.

Vielleicht stimmt es ja, dass wir einfach Figuren in einem Roman Gottes sind. Nur wer bestimmt die Richtung? Pfuschen wir ihm mit unserem freien Willen ins Handwerk? Oder ist der Wille nur vermeintlich frei und wir leben genau so, wie wir im Textkonzept schon geplant waren? Oder hat womöglich auch da der Text seinen eigenen Willen und bringt das schöne Konzept durcheinander und unser Leben gleich mit?
Und wer ist dann der Text?