Das ganze Leben ist ein Spiel

Jeder bekommt vom Leben einige oder mehrere Karten ausgeteilt mit denen es schwierig wird ein gutes Spiel zu spielen, mit denen man kaum gewinnen kann.
Manch einer glaubt sich selbst schon als Gewinner, da bekommt er direkt den schwarzen Peter des Lebens und kann zusehen, den wieder loszuwerden. Manche schaffen es, manche nicht. Manche haben auch einfach Mitspieler, die ungünstige Karten haben und schlecht reinbuttern können, wenn es mal nötig ist.
Und genauso wie hier in dem Bild unterschiedliche Kartenspiele vermengt sind, kann man sich vielleicht ein bisschen die Regeln dieses Spiels zurecht biegen. Einen gewissen Spielraum suchen.

Vielleicht spielt auch jeder irgendwie sein eigenes Spiel und die Kunst ist es herauszufinden, welche Regeln denn nun gelten, damit man selbst siegreich aus dem Spiel hervorgeht.
Vielleicht ist das auch das Geheimnis, wie man mit den Karten, die man ausgeteilt bekommt am besten umgeht. Der eine oder andere mag in einem Spiel mit kurzen Runden gelandet sein, aber genau diese Spiele sind oft am lustigsten. In großem Chaos und mit hoher Geschwindigkeit rauscht man lachend durch das Leben.
Andere Spielen vielleicht ein hochkomplexes Spiel mit verwirrenden Regeln, ausgefeilten Strategien über einen langen Zeitraum. Auch das kann Spaß machen, mitunter aber auch frustrieren, besonders wenn man kein Meister in diesem Spiel ist.

Egal welches Spiel man spielt, muss man doch aus den eigenen Karten das beste machen, darf nicht aufgeben und hinschmeißen, sondern man will weiter machen und versuchen zu gewinnen. Egal, was die anderen über die Erfolgsaussichten denken mögen.
Bevor das Spiel nicht beendet ist, steht der Gewinner nicht fest.
Und wenn ich mich an die zahlreichen Spieleabende meiner Kindheit zurück erinnere, erinnere ich mich nicht mehr, ob ich gewonnen habe oder verloren (außer bei Wissensspielen, aber das ist ein ganz anderes Thema), sondern ich erinnere mich, dass ich Spaß hatte.
Wir alle hatten gemeinsam Spaß.

Und das ist vermutlich das eigentliche gewinnen.

Mit Essen spielt man nicht

Ich bin ein Mensch, der gerne mit Essen spielt.
Ich mag es in Wackelpudding Burgen mit Gräben zu bauen.
Ich sehe in den Bläschen auf meinem Kaffee die Augen eines Kaffeemonsters.
Ich finde es völlig normal, das gewickelte Croissant nach dem Backen, vor dem Verzehr wieder auseinander zu wickeln.
Ich esse gerne separiert.
Ich mag es kleine raffinierte Kanapees zusammen zu bauen.
Ich finde es befriedigend Kartoffelbrei mit Sauerkraut zu zermantschen.
Ich nage von rohen Karotten gerne erst einmal das Äußere ab…
Mein Mann ist anders sozialisiert. Leider. Ihm ist es wichtig, den Kindern ordentliche Tischmanieren vorzuleben. Und natürlich hat er damit durchaus recht.
Nur manchmal macht es mich traurig, dass ich meinen Kindern dieses spielerische nicht mitgeben kann.
Aber – zum Glück – hat er begriffen, dass ein ausgewickeltes Croissant besser schmeckt, – zum Glück – kochen die Kinder gern. Und im abgeschirmten Raum der Küche kann man viel probieren.
Und – zum Glück – hat er mit mir Geduld, wenn es mich überkommt und ich einfach nicht anders kann, als Kind zu sein.
Und dann dürfen das auch die Kinder.
Bis dahin lernen Sie dank ihm auch wie man anständig isst.