Fragor praecox

Ich glaube ja, dass man am Umgang mit Feuerwerkskörpern und Böllern, speziell über Männer viel erfahren kann.

Da sind die ganz jungen Kerle, die es kaum erwarten können. Sie zündeln schon, sobald die ersten Böller in den Läden zu kaufen sind.
Die jungen Kerle, die sich kaum zurückhalten können. Eine falsche Bewegung und sie explodieren schon. Manchmal zündeln sie auch mehr oder weniger heimlich aus einem Gebüsch heraus und rennen weg sobald sie gesehen werden.

Ich kann über die ganzen Kerle die viel zu früh mit dem Feuerwerk anfangen nur den Kopf schütteln.

Dann gibt es diejenigen, die ganz vorschriftsgemäß nachts um 12 ein Feuerwerk anzünden, dass dann mehr oder weniger groß ausfällt. Interessante Feuerwerke sind ja nicht unbedingt groß, sondern entzücken, wenn sie besonders raffiniert sind.

Dann gibt es die, die an Silvester schon zu vollgefressen oder zu betrunken sind. Die liegen im besten Fall dann faul auf der Couch und es ist mit ihnen nicht mehr viel anzufangen.

Dann gibt es die jungen Väter, die sich zeitlich mehr nach dem Wachzustand der Kinder richten.

Und dann gibt es noch die Genießer. Sie müssen nicht selbst zündeln. Sie können gemeinsam mit ihrem Lieblingsmenschen ein Feuerwerk einfach genießen. Eng umschlungen. Im Gleichklang. Nicht zu früh und nicht zu spät, sondern einfach wenn es eben soweit ist.

Katalog

Manchmal macht das Internet den Eindruck, eine einzige große Warenwelt zu sein, in der man sich in einem Netz von Preisvergleichen und Empfehlungen, Produktbeschreibungen und Anwenderkommentaren nur verheddern kann.

Interessanterweise gehören zu der großen bunten Warenwelt dort draußen auch Menschen. Damit meine ich nicht nur Menschen, die Produkte verkaufen, anpreisen, testen und bewerten sondern in diesem Fall besonders Menschen, die sich selbst zum Produkt machen (lassen). Und um noch genauer zu werden, meine ich damit nicht irgendwelche schlüpfrigen Anzeigen, sondern Vermittlungsbörsen aller Art und etwas weniger auffällig alle Arten von sozialen Netzwerken.

Vor nicht allzu langer Zeit, war ich z.B. auf der Suche nach AuPair Vermittlungsagenturen (nicht für mich, aber in Recherchen bin ich eben gut). Und siehe da, schon auf der ersten Seite breitete sich vor mir ein Katalog von Menschen aus. Wie Bestellbräute bei LuckyLuke gab es hier„Produktbilder“ und die entsprechende „Artikelbeschreibung“.

Diese Gelegenheit, war allerdings nicht das erste Mal, dass ich den Eindruck hatte, einen solchen Menschenkatalog vor mit zu haben.

Vor zwei oder drei Jahren, als ich damals gerade relativ frisch versinglet war, empfahl mir eine Freundin, mich in einer Partnerbörse anzumelden. Nach ihren mehr oder weniger umfangreichen Selbstversuchen und einer kurzen Recherche landete ich, zeitversetzt zum testen bei zwei einschlägigen Börsen. Eine davon war für mich als williges Weibchen kostenfrei. Jedes Klischee wurde schnell bedient und die Angebote waren oft recht schnell, recht eindeutig. Auf der Startseite fanden sich die Sonderangebote und Neuheiten in bunten Bildern und kurzen Headlines angepriesen. Bei näherem anklicken konnte man sich eine mehr oder weniger detaillierte Artikelbeschreibung durchlesen. Die Lieferzeiten (von potentiellen Antworten) ließen sich meist schnell errechnen. Und wie das so beim Bestellen in Katalogen ist, war man des Öfteren vom letztendlich gelieferten Produkt enttäuscht (sicher durchaus in beide Richtungen). Natürlich war das kein Problem, denn man hatte unbegrenztes Rückgaberecht (anders bei den AuPairs, das ist wohl mehr wie Leasing soweit ich das verstanden habe).

Letztendlich war es, wie so oft bei mir, dass mir die Schnäppchenjagd auf Dauer nicht gefiel. Nach etwa einer Woche beendete ich das Ganze wieder und löschte meine komplette Produktbeschreibung.

Im Premiumsegment fühlte ich mich besser aufgehoben. Zwar bekam man ein detailliertes Angebot mit Bild nur auf Anfrage, aber die Produktbeschreibungen waren aussagekräftiger und die Produkte einfach hochwertiger.

Trotzdem fand ich nach zwei oder drei Wochen onlineshoppen,dass ich in der echten bunten Warenwelt doch besser aufgehoben sei und verließ auch diesen Katalog – in der Tasche ein paar Testobjekte für den Bekanntenkreis.

Zugegeben, das stabilste und schönste Testobjekt habe ich nach über einem Jahr im Kumpeltest dann doch behalten. Ich glaube, das Rückgaberecht ist vielleicht abgelaufen.

Mal sehen. Und derzeit genügt es mir völlig in der bunten Warenwelt Schaufenster zu bummeln.

Balzverhalten II

Jeder der einmal eine Verkaufsschulung besucht hat, wird mir sicher sofort
zustimmen: Systematisches Verkaufen funktioniert nach den gleichen Regeln wie
Balz und Dating. Es gelten die gleichen Regeln. Wie kommst Du ins Gespräch,
welche Kanäle kannst Du nutzen, wenn Du viele neue Kunden suchst, wirst Du
sehen müssen, dass Deine Pipeline immer schön voll bleibt, suchst Du eher eine
langfristige Kundenbindung, wirst Du andere Strategien fahren müssen.

Du willst Dich verkaufen, im besten Licht präsentieren, aber Du willst auch etwas
vom Gegenüber. Es wird nicht zum Erfolg führen, wenn einer bereits einen
Heiratsantrag macht, wenn er oder sie noch nicht einmal die Telefonnummer des
anderen hat. Genauso wenig wird es von Erfolg gekrönt sein, wenn vom anderen
bereits erwartet wird, dass das Leben komplett umgestellt wird, wenn man
selbst sich noch kein Stück bewegt hat. Man hat ein paar wenige Minuten um
Interesse zu wecken. Ein Elevatorpitch ist da genauso wichtig, wie wenn Du ein
Produkt verkaufen willst. Man kann das mit vielen weiteren Beispielen
unterfüttern. Besonders aber, machen die nächsten Verkaufsschulungen sicher
mehr Spaß, wenn man im Kopf behält, dass es auch in anderen Bereichen des
Lebens ähnlich funktioniert. Leute, ich wünsche Euch gute Geschäfte.

Balzverhalten

Wie kommt es eigentlich, dass das “Pfauenrad” der Menschen oft so
seltsam ist. Menschen fahren auf die irrsten Dinge ab und spotten doch über
den Pfau.

Ein absolut attraktiver Zug scheint es zu sein, für totale
Verwirrung beim anderen zu sorgen. Zumindest glaube das viele offensichtlich.
Sehr häufig hört man so etwas wie “Weiber-die spinnen doch!” oder
MÄNNER – ich werde sie nie verstehen!” in unterschiedlicher Intonation,
geseufzt geschimpft, gegrummelt, … Trotzdem wird meist am meisten über die
geseufzt die man an sich attraktiv findet. Ist es wirklich die totale
Verwirrung die eines der “Pfauenräder” der Menschen ist. An sich
völlig überflüssig aber trotzdem ein attraktiver Zug? Das geht sogar soweit,
dass man wenn man seine eigene Verwirrung einem anderen gegenüber zum
Ausdruck bringt, ein wohlwollendes “Ja, gut so.” zurück bekommt.
Was um alles in der Welt soll denn daran gut sein. Es ist ja schön, wenn man
verwirrt ist weil man ein Gefühlsdurcheinander in sich hat, aber einfach nur
um des “Rades” willen? Warum müssen Frauen zickig und unverständlich für Männer sein? Warum soll man Spielchen spielen? Warum ist es attraktiver für Verwirrung zu sorgen als einfach Klartext zu reden? Wenn man am anderen interessiert ist sorgend doch allein schon die Hormone für die Verwirrung da braucht es doch Worte dazu gar nicht mehr oder? Meine Theorie in diesem Fall: Menschen spinnen irgendwie! 😉 Also auf in die Balz es ist verrückt, aber vielleicht funzt es ja.