Sinn des Lebens

Wie vielen Anderen passiert es auch mir gelegentlich, dass ich ein wenig über den
Sinn des Lebens nachgrüble. Und wenn man sich mit den Menschen über dieses
Thema unterhält, bekommt man sehr unterschiedliche Antworten. Kinder in die
Welt setzen, frei sein, die Welt zu einem besseren Ort machen, Karriere
machen, etwas lernen, die Fehler des vorherigen Lebens ausgleichen,
vorbereiten auf das nächste Leben, Gottes Plan erfüllen, … Meine Theorie
dazu habe ich von anderen bisher nicht gehört. Dabei ist sie in meiner
Wahrnehmung zugleich befreiend (weil jeder Druck von einem genommen wird) und
tröstend (weil auch blöde Geschehnisse ihre absolute Berechtigung gewinnen).
Geht man von einem christlichen Konzept des Sterbens und Lebens nach dem Tod
aus (oder von einem Konzept mit Wiedergeburt nach Wiedergeburt bis zum
Nirvana) stoßen wir an das Konzept der Ewigkeit (oder zumindest an eine sehr
lange Zeitspanne). Auf jeden Fall ist das ganz schön lang.

Lange Zeit kann aber auch Langeweile mit sich bringen. Meine Theorie ist es also, dass der Sinn des Lebens darin besteht, möglichst viele Geschichten für die Ewigkeit
zu sammeln. Wenn man dann im Nirvana rumgondelt oder auf seiner Wolke sitzt,
hat man sofern man sein Leben gut und sinnerfüllt gelebt hat, wenigstens einiges
zu erzählen. Und das Gute ist, schlimme Geschichten, Peinlichkeiten,
unangenehme Erfahrungen und seltsame Zeitgenossen geben vermutlich die
lustigsten Geschichten ab. Also egal was Ihr tut…sammelt dabei ordentlich
Geschichten…sonst wird es ganz schön langweilig, so auf die Ewigkeit…