Hobbies und Notwendigkeiten

Vor einigen Jahren, mitten im Mama-sein, 40-Stunden Woche, Haushalt und dem ganzen anderen Kram, sehnte ich mich nach einem Hobby. Ich erinnere mich an frühere Zeiten, wo ich es in meinem Leben spielend untergebracht hatte Theater zu spielen, Musik zu machen, wöchentlich mindestens einmal Sport zu machen und dazu noch gefühlt hundert kleine Nebenprojekte am Laufen zu halten.
Ich hatte das Gefühl, mich selbst ein wenig verloren zu haben. Ich brauchte ein Hobby. Etwas, das mir Spaß macht, wo ich wenigstens irgendwie ein bisschen kreativ sein könnte. Und etwas, das meine Gesprächsthemen und Wünsche zu diversen Anlässen vielleicht wieder bunter und interessanter werden ließe, wie z.B. bei meinem Objekt der Begierde, das sich auch einfach mal einen mittelalterlichen Bogen heiß ersehnte.

Realistisch betrachtet, gab es hierfür kaum eine Chance. Welches Hobby kann man schon durchhalten, wenn man absolut KEINE Zeit übrig hat? Wenn man ohnehin so wenig Zeit für den heißgeliebten Nachwuchs hat, dass man nicht eine Minute abknapsen möchte?

Rückblickend, ist die Antwort furchtbar einfach. Was ich brauchte, war ein Hobby, von dem meine Familie einen direkten Nutzen hat, durch dass sie sich womöglich sogar noch ein bisschen mehr geliebt fühlt. Ein Hobby, das eine Alltagshandlung einfach interessanter macht. Ein Hobby, dass man mit kleinen, günstigen Gegenständen, die kaum Platz rauben, betreiben kann (nun ja, das ist eine gewisse Ansichtssache). Die Antwort lautete für mich „Bentos“.

Brotzeit für Kindergarten und Krippe musste ich ohnehin jeden Morgen fabrizieren, das Objekt meiner Begierde, freut sich auch immer über ein Mittagessen, das Ganze ist gesund (im Idealfall) und spart Geld (das man dann wieder für neues Zubehör ausgeben kann).

Leider oder zum Glück, war die Idee der Bentoboxen in Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr verbreitet. Während man heute bei diversen Discountern Bentoboxen finden kann, gab es vor ein paar Jahren abgesehen von einem netten Versandhandel in Frankreich kaum Informationen oder Material. Aber zum Glück, war das Internet bereits erfunden und gut gefüllt mit einigen Fingerzeigen. Besonders hilfreich für mich war der Einsteigerkurs Bento 101 von Makiko Itoh: http://justbento.com/handbook/bento-courses-2013/bento-101-part-1-what-can-i-eat

Auch wenn ich nicht den Aufgaben direkt gefolgt bin und auch vom posten meiner Versuche abgesehen habe, hat mir das lesen von Makiko Ithos Blog erheblich beim Einstieg geholfen. Zudem war ihr Bentoplaner für mich eine enorme Stütze zu Beginn. Mal ganz abgesehen davon, dass mir als altem Listenschreiber ein solcher Planer einfach nur gigantisch Spaß macht.

Manchmal können sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen, manchmal auch besser nicht. Auf jeden Fall macht es allen Freude und ich habe seit mehreren Jahren endlich wieder ein Hobby.

Um einen Eindruck zu bekommen, von was ich eigentlich schreibe, gibt es hier eine Premiere: Ein erstes Foto auf dieser Site:




Aber keine Angst, dies verwandelt sich nicht zu einem Foodblog, das überlasse ich lieber Leuten, die so etwas können.

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