Glotzen und bescheissen

Ich bin leider schon seit sehr langer Zeit ein Fernsehjunkie. Ich sehe unglaublich gerne Fern. In dieser Zeit lasse ich die Figuren auf dem Bildschirm leben und schalte mich selbstständig auf Standby. Ich muss in dieser Zeit nicht denken oder funktionieren. Trotzdem sehe ich besonders gerne Serien, weil man da eine gewisse Bindung zu den Figuren aufbaut. Man fiebert also mit, leidet mit und weint vielleicht sogar ein bisschen um sie, wenn sie sterben. Und trotzdem ist es eben nicht das eigene Leben, mit dem man sich in dieser Zeit beschäftigen muss. Man kann das ausblenden.

Ich gestehe, noch lieber habe ich es aber, wenn mein eigenes Leben in Form meiner Familie friedlich an dieser Pause teilnimmt. Kuschelnd mit den Kindern oder dem Objekt meiner Begierde im Flimmern des Fernsehers versinken finde ich unglaublich schön. Wäre da nicht… ja wäre da nicht das schlechte Gewissen. Denn ich weiß ja, dass Fernsehen, keinem von uns vieren gut tut.

Wir haben also ein Chipsystem entwickelt, mit dem wir alle vier unseren Fernsehkonsum etwas mehr kontrollieren können. Das funktioniert auch ganz gut bisher. Nur, wenn eine Serie zu Ende geht, dann ist es am Schluss vielleicht über das Chipsystem hinaus spannend. Zudem ist es ein bisschen, wie wenn man sich von alten Freunden verabschieden muss. Es gilt also kreative Lösungen zu finden. Und die finden dann natürlich in ähnlich gelagerten Fällen auch die anderen drei. Vielleicht ist das aber gerade gut. Schließlich fördert das dann wieder das kreative, problemlösende Denken?

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