Fünf Phasen der Überstunden

Überstunden sind manchmal etwas wie ein kleiner Tod. Meistens macht es mir gar nichts aus, wenn ich ein bisschen länger bleiben muss. Klar verbringe ich lieber Zeit mit meinem Mann und meinen Kindern, nichts desto trotz ist es auch befreidigend, wenn man etwas fertig stellen kann. Es gibt aber auch Tage an denen sind Überstunden das letzte was man braucht. Wenn man einen Termin hat, wenn man nicht fit ist, wenn man Geburtstag hat. Vor ein paar Tagen war mal wieder einer dieser Gründe da. Ich war mal wieder dumm genug an meinem Geburtstag nicht frei zu nehmen und bereits drei Tage vorher war klar, dass es ein laaaaanger Tag werden würde. Wärend ich da so saß, merkte ich, dass dieser kleine Tod genauso die Sterbephasen nach Kübler-Ross auslöst (ich habe darüber bereits an anderer Stelle geschrieben: http://www.meinetheorie.net/2009/11/30/sterbephasen/) wie andere einschneidende Ereignisse.

Man leugnet zunächst, dass das Unvermeidliche eintreten wird. “Ich schaffe das schon, so spät wird es kaum werden”.

Wenn einem dann klar wird, dass man eben doch laaange sitzen wird, fängt die Wut an. Auf einen selbst und den Rest der Welt. Man möchte fluchen und schreien.

Ist diese kurze Phase vorbei, träte bei Kübler-Ross das Verhandeln ein. Das äußert sich hier allerdings anders. Galgenhumor macht sich bemerkbar. Mir fallen selten so gute rabenschwarze Witze ein, wie in solchen Momenten. Irgendwann, schwappt das dann über in pure echte Verzweiflung “Ich werde NIE fertig”. Zum Glück hält diese Phase nicht lange an. Gerade wenn dann die Akzeptanz kommt, ist man meistens fertig.

Betrachtet man die längste Phase mit den Witzen, ist es dann eigentlich schon fast wieder gut – und man geht befreit heim.

Ein Gedanke zu „Fünf Phasen der Überstunden“

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