…doch noch die Nachtigall…

Wenn man sich an einen bestimmten Schlafrhythmus gewöhnt hat, fällt es schwer, ohne besonderes Training wieder davon abzuweichen. Manche behaupten, das sei erst so, seit sie keine zwanzig mehr sind, ich glaube aber, dass ihr Schlafrhythmus mit zwanzig einfach noch näher an einer durchzechten Nacht lag als vielleicht mit vierzig.

Bei mir jedenfalls, war nur in meiner „wilden Phase“ ein ähnlicher Schlafrhythmus vorhanden, weshalb es mir Anfang dreißig in jener Phase deutlich leichter fiel mir die Nächte um die Ohren zu schlagen als mit zwanzig. Damals war es quasi schon fast ein leichtes mit einer der ersten S-Bahnen morgens  nach Hause zu fahren und trotzdem an den folgenden Tagen mehr oder weniger voll funktionsfähig zu sein. Es war kein Problem, nach einer langen Nacht zum Frühstück irgendwo einzufallen und danach erstmal den Wochenendeinkauf zu erledigen. Heute ist das wieder anders.

Jetzt in der „staaden Zeit“, in der eine Weihnachtsfeier die nächste Verabredung zum Glühweintrinken jagt, wäre dieses Training sehr hilfreich. Bei mir allerdings ist es nicht existent.

So kommt es wie in jedem Jahr. Die Feier fängt gerade an in Gang zu kommen, und ich denke nur noch „eigentlich wäre ich seit zwei Stunden im Bett“.

Ich gebe mir wirklich jedes Jahr wieder Mühe, Ehrenwort. Aber es kommt, wie es kommen muss. Ich gehe tief in der Nacht nach Hause, so um elf oder zwölf und bin dann meist die erste die geht.

Die nächsten zwei Tage ist auf Grund des immensen Schlafdefizits mit mir dann nichts anzufangen. Zum Glück ist die Phase des Feiern „Müssens“ schnell vorbei und es ist ja trotzdem immer wieder ausgesprochen nett. Und ein kleines Training, um nicht völlig in den Schlafrhythmus eines Säuglings zu rutschen.

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