Neue Wege

Ich bin in meinem Leben bisher 15 Mal umgezogen. Manchmal nur ganz kurz irgendwo „Zwischengezogen“, manchmal sogar zurück.
Ich war in zwei verschiedenen Kindergärten, drei Schulen und zweieinhalb Universitäten (mein Sommerstipendium an der Uni Athen zählt maximal halb). Ich habe in meinem Leben schon viele neue Jobs angefangen (allein neun verschiedene als Schülerin und Studentin). Dabei habe ich gemerkt, das das Einschlagen neuer Wege ganz unterschiedlich sein kann. Und besonders, was mit den Weggefährten passiert, wenn sich die Wege wieder trennen.

Was macht genau den Unterschied aus, wenn man von etwas Altem weg geht, im Vergleich zu wenn man auf etwas Neues zugeht?
Natürlich ist es immer irgendwie beides. Trotzdem gibt es meist eine klare Tendenz, was davon überwiegt. Ich glaube, dass es in vielerlei Hinsicht ein gravierender Unterschied ist ob man flüchtet oder sich auf zu neuen Ufern macht.

Manchmal, ist einem gar nicht so ganz klar, was überwiegt. Aber spätestens wenn man zurück blickt, ist es meist ganz klar.

Geht man von etwas weg, hat man dafür einen guten Grund. Meist hat man einen gewissen Leidensweg am Ende dieses Wegstücks hinter sich. Oft schien es einem gegen Ende, dass man Leidensgefährten hatte, die nur ganz kurz danach ihren eigenen Ausweg finden müssen. Und man hat andere Weggefährten, mit denen man das Leid nicht so geteilt hat. Sie haben dort noch ein Stück Weg geplant und sind zufrieden. Diese Weggefährten lässt man alle zurück. Und sie waren einem doch so ans Herz gewachsen. Man hatte das Gefühl viel gemeinsam zu haben.

Auf etwas neues zugehen ist völlig anders. Es ist aufregend. Man ist voller Vorfreude. Man ist auf diesem Weg aber auch sehr allein. Man geht ihn, weil es der richtige Weg für einen selbst ist. Kein Ausweg sondern neue Pfade, die entdeckt und erobert werden können. Neue Chancen, neue Erlebnisse, neue Menschen. Die alten Wegbegleiter lässt man auf dem letzten Stück Weg hinter sich. Sie winken einem vielleicht noch nach und freuen sich für einen.

Nun könnte man meinen, dass man wenn man seinen neuen Weg eine Weile beschritten hat, das Verhältnis zu den alten Weggefährten in etwa das gleiche bleibt. Man wird sich vielleicht etwas fremder, weil man den Alltag nicht mehr teilt, man kann nicht mehr über den Alltag gemeinsam Lachen ohne erst groß auszuholen und zu erzählen. Aber die, die einem ans Herz gewachsen sind, die, die unser Vertrauen genießen, sind einem doch noch nah. Die, die etwas entfernter sind, verliert man vielleicht ganz aus den Augen. Und lassen einen die Weggefährten ziehen, verliert man sich aus den Augen. Tatsächlich verhält es sich aber ganz anders. Vielschichtiger.

Am einfachsten sind die Leidensgefährten zu greifen. Diese teilen sich in zwei grobe Gruppen. Diejenigen, die den Weg weiter gehen und sich entweder in ihrem Leiden arrangieren oder das Gefühl haben, eine Durststrecke überstanden zu haben und in einer Aufwärtsbewegung sind. Die anderen, die kurz danach ihre eigene Abzweigung finden.
Die Leidensgefährten, die bleiben, werden einem selbst oft fremd. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Einerseits fällt es schwer, wenn man selbst, trotz Leiden, geblieben ist vor sich selbst zu rechtfertigen, dass einem die Courage für den Schritt gefehlt hat, dass man es sich anders überlegt hat. Dabei gibt es, wie hier http://www.meinetheorie.net/2010/07/21/entscheidungen/ schon beschrieben, keine falschen Entscheidungen. Solange man sich aktiv entscheidet, zu bleiben, kann es nur richtig für einen selbst sein. Daraus entsteht dann oft ein Gefühl sich vor dem, der gegangen ist, rechtfertigen zu müssen, was alles etwas unentspannt macht. Gleichzeitig kann es sein, dass die ganzen versteckten Rechtfertigungen, dem der geflüchtet ist, das Gefühl geben, versagt zu haben. Alles worüber man vorher gemeinsam geschimpft hat, ist auf einmal nicht mehr so schlimm. Als hätte man sich alles nur eingebildet, oder sei ein totaler Schwächling, weil man aufgegeben hat. Auch das sorgt für eine unentspannte Situation. Der Fahnenflüchtige ist zudem entweder auf einem Weg gelandet, wo es für ihn oder sie tatsächlich viel besser ist, dann fällt es schwer sich zu beherrschen und nicht permanent nur davon zu erzählen wieviel besser alles ist oder er oder sie ist vom Regen in die Traufe gekommen, dann ist es unangenehm zugeben zu müssen, dass die Entscheidung unangenehme Konsequenzen hatte und dass man nochmal eine neue Abzweigung nehmen muss. Hinzu kommt, dass man sicher nicht hören will, dass ohne einen selbst alles besser ist, was in dieser Kombination durchaus vorkommen kann, egal in welche Richtung.

Oft gehen diese Kotakte dann ziemlich schnell kaputt oder liegen solange auf Eis, bis diejenigen, die länger blieben, eben doch die eine oder andere Abzweigung genommen haben. Ich hatte z.B. eine Kollegin, die ich nach einer neuen Abzweigung fast gänzlich aus den Augen verloren hatte. Irgendwo, viel später kreuzten sich unsere Wege wieder. Jeder hatte in der Zwischenzeit viele andere neue Wege für sich entdeckt. Dadurch war der alte Job irgendwie kein Thema mehr und wir stellten fest, dass wir uns wieder richtig viel zu sagen hatten. Unser Kitt war nicht der gemeinsame Job, sondern echte Gemeinsamkeiten.

Mit denjenigen, die selbst kurze Zeit später ihre eigene Abzweigung genommen haben, ist es wesentlich entspannter. Man hat sich vielleicht weniger zu sagen. Ob außer dem gemeinsamen Leiden Gemeinsamkeiten existiert haben, merkt man erst dann. Und entweder man bleibt in Kontakt oder eben nicht. Und ohne unangenehme Gefühle schläft das ganze ein.

Am überraschensten aber sind diejenigen, die relativ neutral waren. Da bleibt einem nach der einen oder anderen Abzweigung jemand erhalten und man merkt, dass wenn die professionelle Neutralität nicht mehr notwendig ist, dass da plötzlich Gesprächsthemen da sind, die völlig unerwartet sind. Dass da Kontakte erst richtig wachsen, wo die Arbeit nicht mehr im Weg steht.

Letztendlich ist es völlig egal, wer einem erhalten bleibt. Ein paar wunderbare Menschen gewinnt man immer dazu, manche auf Zeit, manche dauerhaft und man weiß nie, wer es ist, dem man begegnen sollte und wer einem die entscheidenden Impulse geben wird.

Low-Performer

Je größer ein Unternehmen ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass man auf
diverse sogenannte Low-Performer trifft.
Die Gründe hierfür sind meiner Vermutung nach, ganz unterschiedlich. Daher möchte ich hier und heute meine eigenen Unterkategorien von Low-Performern (im Folgenden LP) öffnen:

1. Der LP by Choice: Dieser LP hat sich irgendwann einmal dazu entschieden, eine ruhige Kugel zu schieben. Er hat das Talent seine Aufgaben zu begrenzen und zu reduzieren. Er ist der Meister des Minimums. Er hat eine schier unendliche Geduld. Er ist absolut langeweiletolerant. Und je kleiner das Unternehmen desto begabter muss er
nach wie vor sein, besonders beschäftigt auszusehen. Dieser LP ist der LP den sich alle anderen vorstellen, wenn sie an LPs denken.

Dabei werden seine besonderen Talente allerdings völlig außer Acht gelassen. Nur jemand der seine Aufgaben extrem effizient erledigen kann, hat trotzdem noch die Zeit nichts zu tun.
Ein solcher LP kann möglicherweise mit der richtigen Aufgabe neu motiviert werden. Entscheidend für den Erfolg dieses Vorhabens ist aber sicher der ursprüngliche Grund,
warum sich der LP entschieden hat zu dem zu werden, dass er ist.
Zumeist geht ein solcher LP ursprünglich aus einem der anderen Typen hervor, weshalb es sich lohnen dürfte, diese genauer zu beleuchten.

2. LP durch unübersichtliche Anwesenheit:
Dieser LP ist oft nur ein LP auf Zeit.
Er hatte vielleicht länger Urlaub oder war öfters krank oder in Elternzeit. Möglicherweise hat er auch ein Teilzeitmodell mit unregelmäßigen Arbeitszeiten; also Anwesenheit nicht jeden Tag oder an manchen Tagen länger und an manchen kürzer.
Diejenigen, die Arbeit zu vergeben haben, haben diesen Mitarbeiter aus diesem Grund vielleicht einfach gar nicht auf dem Radar. Sofern derjenige nicht während seiner Abwesenheit durch einen äußerst effizienten High-Performer ersetzt wurde, gibt sich das Problem von selbst, sobald er wieder ganz klar als anwesend wahrgenommen wird. Es sei denn, er nimmt es persönlich und ist aus lauter Frust darüber ständig übergangen zu werden zum LP by Choice geworden. Ist dies passiert, wird sein Ego erst einmal aufpoliert werden müssen und ihm oder ihr klar gemacht werden müssen, dass er oder sie wirklich wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

3. LP durch mehr oder weniger ausgeprägte Inkompetenz: Dieser LP ist einfach, sagen wir mal, nicht ganz so gut in dem was er tut wie seine direkten Kollegen. Sobald also Arbeit zu verteilen ist, wird diese nach Möglichkeit auf magische Weise eher an die äußerst fähigen Kollegen verteilt statt an ihn. Die Folge davon ist, dass der LP weder Erfahrungen sammeln kann, noch sich verbessern kann. Die Kluft wird größer, die Leistung kleiner.
Dieser LP ist besonders gefährdet zum Typ 1 zu werden, da es einen starken Impuls entweder von ihm selbst oder von außen bedarf, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Oft ist sein einziger Ausweg ein Neuanfang in einer Umgebung in der sein Ruf als weniger kompetent nicht bereits verfestigt ist.

4. Der Side Kick: Dieser LP ist sehr nah verwandt mit dem Typ 3. Der Side Kick ist
eng vernetzt mit einem äußerst produktiven und fähigen Mitarbeiter.
Oft handelt es sich um einen direkten Kollegen, einen Teil eines zweier Teams. Der Side Kick weiß, dass der andere die Arbeit besser macht. Der andere weiß es genauso und wird den Teufel tun, etwas von seiner Arbeit abzugeben. Trotzdem hat der Side Kick eine wichtige Funktion. Er hält den High-Performer bei Laune und bei Kräften. Er hört ihm zu und nimmt Anteil und sorgt dadurch dafür, dass dieser dem Unternehmen erhalten bleibt.
Die große Überraschung kommt in der Regel dann, wenn der High-Performer irgendwann aus Überlastung zusammenbricht oder einfach nicht mehr bei Laune ist und geht. Dann nämlich, ist es der Side Kick, der auf einmal ohne Probleme den Laden schmeißt und selbst zum neuen High-Performer wird.

5. Der Neid-LP: Manche Menschen müssen sich mit starkem Neid auseinander setzen.
Andere bekommen mehr Anerkennung, bessere Fortbildungen, interessantere Aufgaben oder der Neider findet womöglich sogar heraus, dass andere mehr verdienen. Beim Neider kann das dazu führen, dass die Motivation völlig flöten geht.
Der Neider wird nach einem entsprechenden Auslöser möglicherweise sehr schnell aufhören ordentlich zu arbeiten. Zerfressen von Neid wird er in seiner Unzufriedenheit
fehleranfälliger. Aus lauter Trotz und Rachewunsch, macht es ihm wenig aus,
wenn etwas liegen bleibt oder schief läuft. Dieser LP ist vielleicht der
gefährlichste Typ.

6. Der Nachahmer: Der Nachahmer ist verwandt mit dem Neid-LP, aber bei weitem nicht so gefährlich.
Der Nachahmer hat als Begründung für seine mangelnde Einsatzbereitschaft einzig,
dass die anderen ja auch nichts tun. Dieser Vergleich mit den anderen ist aber schon die einzige Gemeinsamkeit mit dem Neider. Sobald nämlich bei ihm der Eindruck entsteht, dass alle ordentlich zu tun haben, packt auch er wieder an, wie es eben nötig ist. Er wird nie zum High-Performer werden aber er kann an sich ein ordentlicher Kollege und Mitarbeiter sein.

7. Der LP aus Langeweile: Der LP aus Langeweile ist vielleicht der interessanteste Typ. Dieser LP ist häufig vielseitig begabt oder geschult. Er hat möglicherweise schon riesen Dinger gestemmt. Er ist oft extrem effizient und strukturiert.
Er ist schlicht unterfordert von seinen Aufgaben. Und er langweilt sich fast zu Tode. Aus ihm wird niemals ein Typ eins werden. Auch er ist in der Lage Däumchen zu drehen, aber aus einem Zwang. Möglicherweise tut er deshalb nichts, weil sein Vorgänger für die gleichen Aufgaben eben viel mehr Zeit benötigt hat.
Er scheut den Konflikt, der entsteht, wenn er anderen die Arbeit streitig macht. Also
vegetiert er in seiner abgrundtiefen Langeweile vor sich hin. Er dürstet nach
Arbeit und stürzt sich daher auf jede Aufgabe mit Genuss und Inbrunst. Das
führt dazu, dass er auch diese in allerkürzester Zeit erledigt hat und zurückfällt in die stumpfsinnige, ermüdende, alles zerfressende Langeweile.
Der LP aus Langeweile ist selten mutig und so verharrt er oft zu lange in dieser misslichen Situation, schlicht aus der Angst die Sicherheit des vertrauten aufzugeben.

8. Der Abschied: Manche Mitarbeiter verlassen aus dem einen oder anderen Grund ihren Platz.
Vielleicht gehen sie in Elternzeit oder wechseln das Unternehmen oder die Abteilung oder gehen in Rente.
Wenn sie rechtzeitig mit ihrer Übergabe beginnen können, diese ordentlich vorbereitet haben und „im Guten“ gehen und daher eine strukturierte, vernünftige Einweisung vornehmen, sind ihre Aufgaben vielleicht bald erledigt. Sie werden zunehmend als die
graue Eminenz im Hintergrund auftauchen und sich damit abfinden müssen, immer weniger zu tun zu haben, bis sie ihre neuen Aufgaben -als Elter, Rentner oder sonst- angehen können. </br>Nach langer Zeit als normaler Mitarbeiter oder High-Performer haben diese Menschen plötzlich nicht mehr viel zu tun.

Die einen nutzen diese Ruhephase um liegen gebliebenes aufzuarbeiten, die anderen suchen sich kurze neue Projekte und manche fangen an über Abschiede zu philosophieren. Alles in allem ist dieser Typ kein echter LP sondern nur ein temporärer LP.

Das sind so die Typen, die mir in den letzten Jahren über den Weg gelaufen sind. Ich
freue mich, wenn sich in den Kommentaren noch weitere Entdeckungen finden.

Einkaufen

Ich habe ja die Theorie, dass man an dem, was ein Mensch im Supermarkt
auf das Band legt, meist sehr viel über den Menschen erfahren kann.

Ich erkenne meist an den Einkäufen, ob der Mensch vor mir ein Single oder verpaart ist, ob es ein Strohwitwer oder ein Witwer ist, der vor mir steht, ob der Mensch gerade zufrieden mit sich ist oder eher nicht und ob ein Mensch halbwegs erfolgreich ist oder eher nicht.

Einfach, werden die meisten sagen. Trotzdem finde ich es immer wieder lustig. Es ist für mich ein tolles Spiel, um die Wartezeit an der Kasse zu überbrücken. Und das eine oder andere Mal, hat sich später in einem Gespräch ergeben, dass ich mit meiner Einschätzung absolut recht hatte.

Interessanterweise, verändert sich auch das eigene Einkaufsverhalten. Wahrscheinlich hat diese Theorie deswegen hier Eingang gefunden.
Ich habe hier bereits früher über die „Sterbephasen“ in der Liebe geschrieben. Beobachtet man sich genau, so kann man eigentlich, auch bevor man weiß, dass man verliebt ist, am Einkaufsverhalten erkennen, dass es so ist.

Bei mir ist das sehr extrem. Ich hatte Jahre lang sehr gesunde, gemüselastige Einkäufe. Mit Beginn meiner Beziehung, wurden einige der Einkäufe (die vor gemeinsamen Tagen) etwas ungesünder. Mit dem Zusammenwohnen hat sich der Einkauf wieder geändert. Übrigens auch der, meines Freundes und dessen wahrscheinlich noch extremer als meiner. Mit der Geburt unseres Kindes hat sich unser Einkaufsverhalten erneut geändert. Trotzdem gibt es nach wie vor ganz
typische Einkäufe, die mich vermutlich mein Leben lang begleiten werden und
daher immer wieder auftauchen werden. Lauchstangen finden bei mir z.B. in
jeder Lebenslage Ihren Weg auf mein Band.

Mich würde interessieren, was bei anderen den entscheidenden Unterschied auf dem Band ausmacht und was genau etwas ganz typisches auf dem Band ist.

Katalog

Manchmal macht das Internet den Eindruck, eine einzige große Warenwelt zu sein, in der man sich in einem Netz von Preisvergleichen und Empfehlungen, Produktbeschreibungen und Anwenderkommentaren nur verheddern kann.

Interessanterweise gehören zu der großen bunten Warenwelt dort draußen auch Menschen. Damit meine ich nicht nur Menschen, die Produkte verkaufen, anpreisen, testen und bewerten sondern in diesem Fall besonders Menschen, die sich selbst zum Produkt machen (lassen). Und um noch genauer zu werden, meine ich damit nicht irgendwelche schlüpfrigen Anzeigen, sondern Vermittlungsbörsen aller Art und etwas weniger auffällig alle Arten von sozialen Netzwerken.

Vor nicht allzu langer Zeit, war ich z.B. auf der Suche nach AuPair Vermittlungsagenturen (nicht für mich, aber in Recherchen bin ich eben gut). Und siehe da, schon auf der ersten Seite breitete sich vor mir ein Katalog von Menschen aus. Wie Bestellbräute bei LuckyLuke gab es hier„Produktbilder“ und die entsprechende „Artikelbeschreibung“.

Diese Gelegenheit, war allerdings nicht das erste Mal, dass ich den Eindruck hatte, einen solchen Menschenkatalog vor mit zu haben.

Vor zwei oder drei Jahren, als ich damals gerade relativ frisch versinglet war, empfahl mir eine Freundin, mich in einer Partnerbörse anzumelden. Nach ihren mehr oder weniger umfangreichen Selbstversuchen und einer kurzen Recherche landete ich, zeitversetzt zum testen bei zwei einschlägigen Börsen. Eine davon war für mich als williges Weibchen kostenfrei. Jedes Klischee wurde schnell bedient und die Angebote waren oft recht schnell, recht eindeutig. Auf der Startseite fanden sich die Sonderangebote und Neuheiten in bunten Bildern und kurzen Headlines angepriesen. Bei näherem anklicken konnte man sich eine mehr oder weniger detaillierte Artikelbeschreibung durchlesen. Die Lieferzeiten (von potentiellen Antworten) ließen sich meist schnell errechnen. Und wie das so beim Bestellen in Katalogen ist, war man des Öfteren vom letztendlich gelieferten Produkt enttäuscht (sicher durchaus in beide Richtungen). Natürlich war das kein Problem, denn man hatte unbegrenztes Rückgaberecht (anders bei den AuPairs, das ist wohl mehr wie Leasing soweit ich das verstanden habe).

Letztendlich war es, wie so oft bei mir, dass mir die Schnäppchenjagd auf Dauer nicht gefiel. Nach etwa einer Woche beendete ich das Ganze wieder und löschte meine komplette Produktbeschreibung.

Im Premiumsegment fühlte ich mich besser aufgehoben. Zwar bekam man ein detailliertes Angebot mit Bild nur auf Anfrage, aber die Produktbeschreibungen waren aussagekräftiger und die Produkte einfach hochwertiger.

Trotzdem fand ich nach zwei oder drei Wochen onlineshoppen,dass ich in der echten bunten Warenwelt doch besser aufgehoben sei und verließ auch diesen Katalog – in der Tasche ein paar Testobjekte für den Bekanntenkreis.

Zugegeben, das stabilste und schönste Testobjekt habe ich nach über einem Jahr im Kumpeltest dann doch behalten. Ich glaube, das Rückgaberecht ist vielleicht abgelaufen.

Mal sehen. Und derzeit genügt es mir völlig in der bunten Warenwelt Schaufenster zu bummeln.

Entscheidungen


Ausnahmsweise gibt es hier mal eine Theorie, die meine Freunde alle schon zur Genüge kennen.

Ich habe die Theorie, dass es keine falschen Entscheidungen gibt. Mag sein, dass es falsche Konsequenzen gibt oder unangenehme Konsequenzen die lange auf den positiven Effekt warten lassen, aber letztendlich sind die Entscheidungen nicht schlecht.

Der Grund für meine Annahme ist, dass man in dem Moment indem man eine Entscheidung trifft, genau die Entscheidung trifft, die man in diesem Moment auf Basis allen Wissens, das einem in diesem Moment zur Verfügung steht und auf Basis aller Annahmen die man über mögliche Konsequenzen anstellt, die die bestmögliche Entscheidung ist.

Daher ist die Entscheidung in dem Moment in dem man sie trifft gut. Falsche Entscheidungen oder schlechte Entscheidungen sind daher ausgeschlossen. Nur die Konsequenzen eben…

Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass Entscheidungen die ich im Nachhinein in Frage gestellt habe, sich auf lange Sicht trotzdem bezahlt gemacht haben in irgendeiner Form. Und sei es nur, weil sie mich zu dem Menschen gemacht haben der ich bin oder mich etwas entscheidendes lernen ließen oder einem Menschen begegnen ließen, der in einem völlig anderen Kontext dann irgendwie hilfreich oder wichtig für mich wurde oder für den ich hilfreich oder wichtig wurde.

Entscheidungen sind gut!

Keine Entscheidungen sind oft viel verheerender. 😉

Natürliche Enthropie

Wir alle kämpfen täglich gegen die natürliche Enthropie der Welt.

Beständig sind wir dabei Ordnung ins Chaos zu bringen, zu putzen und zu räumen. Manche mehr, manche weniger. Und trotzdem wissen wir, dass wir gegen dieses Naturgesetz keine Chance haben. Wir kämpfen eine verlorene Schlacht. Jeder kennt das Phänomen, wenn man bei sich zu Hause eine gezielte Putz- und Aufräumaktion
gestartet hat, dass der errungene Zwischensieg nicht von Dauer ist, dass
bereits eine Stunde später alles nach einem Neubeginn der Aktion schreit.

Etwas anders verhält es sich in Büros. Dort gibt es „gute Geister“ die einem
helfend zur Seite stehen. Wenn man Glück hat, ist man nicht selbst der
kämpferische gute Geist, sondern derjenige, der vielleicht höchstens ab und
zu mit Verwunderung feststellt, dass sich das Chaos wie von Zauberhand in
Ordnung verwandelt, dreckiges Geschirr wie von selbst in der Spülmaschine
oder sogar sauber im Schrank verschwindet. Die „guten Geister“, die hinter
dieser Aufhebung des kosmischen Strebens nach Unordnung stecken, werden meist
Teamassistenzen, Sekretärinnen, Empfangsassistenzen oder ähnliches genannt.
Und manchmal fluchen sie innerlich über den Kampf gegen die natürliche
Enthropie – sie nennen das dann nur anders. (Ich habe das zu manchen Zeiten „Sales“
genannt – nix für ungut Larry Du bist eine der Ausnahmen…)

Balzverhalten II

Jeder der einmal eine Verkaufsschulung besucht hat, wird mir sicher sofort
zustimmen: Systematisches Verkaufen funktioniert nach den gleichen Regeln wie
Balz und Dating. Es gelten die gleichen Regeln. Wie kommst Du ins Gespräch,
welche Kanäle kannst Du nutzen, wenn Du viele neue Kunden suchst, wirst Du
sehen müssen, dass Deine Pipeline immer schön voll bleibt, suchst Du eher eine
langfristige Kundenbindung, wirst Du andere Strategien fahren müssen.

Du willst Dich verkaufen, im besten Licht präsentieren, aber Du willst auch etwas
vom Gegenüber. Es wird nicht zum Erfolg führen, wenn einer bereits einen
Heiratsantrag macht, wenn er oder sie noch nicht einmal die Telefonnummer des
anderen hat. Genauso wenig wird es von Erfolg gekrönt sein, wenn vom anderen
bereits erwartet wird, dass das Leben komplett umgestellt wird, wenn man
selbst sich noch kein Stück bewegt hat. Man hat ein paar wenige Minuten um
Interesse zu wecken. Ein Elevatorpitch ist da genauso wichtig, wie wenn Du ein
Produkt verkaufen willst. Man kann das mit vielen weiteren Beispielen
unterfüttern. Besonders aber, machen die nächsten Verkaufsschulungen sicher
mehr Spaß, wenn man im Kopf behält, dass es auch in anderen Bereichen des
Lebens ähnlich funktioniert. Leute, ich wünsche Euch gute Geschäfte.

Energiesparen und der StandBy Modus


Was haben Männer als kleine Jungs eigentlich gelernt,während wir Frauen unsere Zeit mit Lektionen über Energiesparen verbrachthaben?  Während wir gelernt haben, dass man das Wasser nicht beim Zähneputzen laufen lassen soll, dass man im Winter, wenn geheizt ist, Türen schließen soll, dass man Lichter die man nicht braucht löscht, dass man StandBy Modi nicht benutzen soll….

Es muss irgendetwas anderes gewesen sein oder sie sind nicht in der Lage diese Lektionen in zwischenmenschliche Beziehungen umzusetzen. Soweit die Theorie.

Natürlich kann man diese Theorie auch mit Beispielen unterfüttern. Welche Frau hat z.B. noch nie sinnlos auf einen Anruf gewartet, quasi auf StandBy. Und welche Energieverschwendung von den Männer sich aufzuraffen und überhaupt nach der Nummer zu fragen, wenn sie niemals vor haben sie zu verwenden? Wozu? Zugegeben in manchen Situationen mag es höflich erscheinen nach einer Nummer zu fragen. Aber wenn das nicht der Fall ist??

Oder Männer, die eine Frau stundenlang zuquatschen wenn diese nicht einmal Augenkontakt herstellt. Totale Energieverschwendung. Ich bin dafür,dass die Jungs wenigstens zwischenmenschlich die gleichen Energiesparlektionenerhalten sollten, wie wir Frauen auch. Und manchmal muss man Türen eben einfach schließen um Energie zu sparen. Das heißt ja nicht, dass man die Türen nicht auch wieder öffnen kann, unter den richtigen Umständen…Frühling oder so…

Sandmänchen und die Wirtschaftskrise


Zurzeit klagen viele Leute um mich herum über Schlafprobleme. Andere fühlen sich wie erschlagen. Manche davon behaupten die Sorgen durch die Wirtschaftskrise rauben ihnen den Schlaf. Ich habe die Theorie, dass es da zwar durchaus mit der Wirtschaftskrise zusammenhängt, aber auf andere Art als die Schlafberaubten das annehmen.

Die Sandmännchen sind einfach von Stellenkürzungen und Sparmaßnahmen ebenso betroffen wie alle anderen auch. Weniger Sandmännchen,weniger Schläfer. Zudem ist Schlafsand sicher teuer. Um da zu sparen geht ein Sandmännchen möglicherweise dazu über den Menschen den Sandsack lieber über denSchädel zu ziehen als ihn zu öffnen und teuren Sand zu verschleudern. Da kann man sich ja nur wie erschlagen fühlen. Möglicherweise ist Schlafsand auch teurer als Blei und es läuft eine Versuchsreihe mit Schlafblei. Leider ist eine gewisse bleierne Müdigkeit da eine logische Folge.

Alles in allem kann man nur hoffen, dass dieWirtschaftskrise nicht noch weitere Kreise zieht. Man stelle sich vor, der Tod würde plötzlich Kurzarbeit machen müssen. Dann hat man erst eine richtige Rentenkrise zu erwarten.

Manchmal habe ich auch den Verdacht Amor hätte Insolvenz angemeldet aber da werde ich gerade jetzt im Frühling, am Beispiel vieler lieber Menschen um mich herum eines besseren belehrt. Das ist mal einUnternehmen wo die Auftragslage so gut ist, dass die Lieferzeiten einfach manchmal ziemlich lang sind, manche Bestellungen durchrutschen und es für einige Produkte eben einfach Lieferschwierigkeiten gibt. Bei einem solchen Monopol werden die Kunden immer trotzdem erhalten bleiben.