Abenteuer

Als wir noch in Frankfurt wohnten, gab es ganz nah, so nah dass man mit zwei Mal umfallen da war, eine Thai Massage.
Von außen betrachtet, wirkte der Laden wenig vertrauenserweckend. Ein verblichener Aufsteller auf dem Bürgersteig und ein Stahltor, dass wirkte als würde man mit weniger Organen herauskommen, als man beim Eintritt in seinen verspannten Muskeln eingeschlossen hatte. Unsere damaligen Nachbarn allerdings schwärmten in den höchsten Tönen davon. Den ersten Tag danach täte einem der Körper etwas weh, das gäbe sich aber und danach schwebte man nur noch auf Wolken für mindestens eine Woche.

Bei einem sagenhaften Preis von 25 Euro für eine Stunde Ganzkörpermassage, war ich durchaus gewillt dem Ganzen eine Chance zu geben. Besonders wenn man bedenkt, dass ich quasi eine wandelnde Verspannung bin.

Und schließlich waren unsere Nachbarn ja auch beide noch im Besitz aller ihrer Organe.

Ich vereinbarte also an einem der letzten sonnigen Herbsttage einen Termin und machte mich auf ins Abenteuer.

Als ich durch das große eiserne Tor Schritt, wurde ich überrascht. Ich betrat eine kleine ruhige Oase. Ein Brunnen plätscherte. Pflanzen blühten nochmal mit aller Kraft, sich aufbäumend gegen den Herbst. Bequeme Stühle luden zum Warten ein.
Die eigentliche Massage fand in umgebauten Garagenräumen statt. Ich hatte vorher kaum eine klare Vorstellung von Thai Massagen. Ich war überrascht, dass auf meinem Rücken rumgelaufen wurde. Aber ich merkte wie sich alles löste. Zweimal umfallen war nicht der geeignete Heimweg. Eher butterweich nach Hause gleiten.

Selbstverständlich schwärmte ich auch unseren diversen Besuchern vor und schickte den einen oder anderen direkt dorthin. Ein Freund von uns, ließ sich vor jedem Besuch eigens einen Termin vereinbaren.

Selbst nach unserem Frankfurt internen Umzug war ich noch öfters da. Heute fehlt mir diese Massage.

Meine Theorie ist, dass man manchmal einfach neue „spannende“ Dinge probieren muss, um sich wirklich entspannen zu können.

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