Ausmisten

Wir haben unsere gemeinsamen Familienferien unter anderem dazu genutzt, das Kinderzimmer auszumisten, umzuräumen und umzugestalten.

Ich habe dabei versucht meine Finger aus dem ausmisten der Kinder zu lassen, da ich die Fähigkeit loszulassen – besonders von Dingen- für eine sehr wichtige und erstrebenswerte Fähigkeit halte, die ich selbst leider so gar nicht habe.

Ich habe ein Elefantengedächtnis. Deswegen weiß ich bei jeder Sache noch genau, wer sie geschenkt hat zu welchem Anlass usw. Das erschwert es etwas. Bei den Entscheidungen für den Müll bin ich nicht wehmütig geworden. Die fand ich richtig. Bei zwei Entscheidungen der Kinder für den Flohmarkt bin ich ins Straucheln gekommen. Beides betrifft Stofftiere, die deutlich älter sind als meine Kinder und schon viele Kindliche Ausmistaktionen überstanden haben, weil ein Kinderherz genug daran hing. Einmal einer meiner alten Teddys in den ich viele Tränen geweint habe und einmal Stofftiere, die ein Freund, den Kindern vererbt hat.

Von letzterem habe ich ein Foto gemacht und ihn gefragt ob er es wieder haben möchte. Die Entscheidung, was mit den Tieren passiert, die jemand anderem sehr wichtig waren, wollte ich weder den Kindern ganz überlassen, noch selbst treffen. Er wollte. Bei dem Teddy habe ich beschlossen, die Entscheidung meiner Kinder zu akzeptieren. Ich habe das Stofftier an sie weiter gegeben und sie haben ihn aussortiert. Und wenn ich meinen Kindern beibringen will loszulassen, dann muss ich das auch tun.

Das also meine heutige Theorie zum Thema Erziehung.

Nur brauche ich jetzt bald einen Flohmarkt, damit ich es mir nicht anders überlege.