Die Welt soll Kopf stehen

Ich war generell nie sehr erfolgreich im Sport.
Sei es, weil mir immer eingeredet wurde(auch von mir selbst), ich sei eben unsportlich; sei es, weil ich tatsächlich ziemlich unsportlich bin.
An Bewegung an sich hatte ich eigentlich immer Spaß (auch, wenn meine Mutter das nie unterschreiben würde).
Ich war halt nur nie so gut darin wie andere. Und das verdirbt einem schnell den Spaß. Mit zwei deutlich älteren Geschwistern, die immer alles besser konnten erst recht.

In mir drin ist aber immer noch ein Teil, der von bestimmten Bewegungen träumt. Die Zeit in meinem Leben, in der ich einen Handstand konnte, war bisher sehr, sehr kurz. Irgendwann Ende zwanzig, Anfang dreißig war das. Und auch zu dieser Zeit war das alles sehr wackelig und sehr kurz.
Aber manchmal habe ich Lust, einfach so einen Handstand zu machen.
Ich stelle mir das dann vor. In meiner Vorstellung ist es ganz leicht.
Es drückt nicht an den Händen.
Ist fast so, als würde ich schweben nur eben Kopfüber.
Das können die absurdesten Momente sein, in denen diese Handstandgedanken kommen.
Wenn sie vorbei sind, und ich natürlich keinen Handstand gemacht habe, weil ich es gerade eben gar nicht kann und es außerdem sehr peinlich wäre, dann denke ich: „Eigentlich müsste ich den Handstand wieder üben – einfach so, um für den nächsten solchen Moment gewappnet zu sein.
Aber auch das geht vorbei und ich lande wieder im Alltag, mit den Aufgaben und den Terminen und den Kilos und der Schwerkraft und der Realität.
Und das Schweben ist wieder vorbei und die Welt steht nicht Kopf.
Wie schade eigentlich.

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