Mama ex machina

Im klassischen Theater gibt es ein Stilmittel, das “Deus ex Machina” heißt. Wenn der Held nicht mehr weiter kommt und eine Lösung unmöglich scheint, schalten sich die Götter quasi aus dem Off ein und Lösen den Knoten, damit das Theaterstück weiter gehen kann.

Ich bin ja nun mal eine Vollzeit arbeitende Mama.
Manchmal bedauere ich das, manchmal finde ich es allein als Vorbild und der Gleichberechtigung wegen ganz richtig so.
Das führt allerdings dazu, dass manche Ferientage eben auch vom Vater der beiden wunderbarsten Geschöpfen der Erde abgedeckt werden müssen. Er hat darin Übung, letztendlich hat er mit den beiden wunderbarsten Geschöpfen der Erde wahrscheinlich sogar mehr Zeit im Wachzustand verbracht, als ich (rechnet man mal die Schwangerschaften an sich raus). Trotzdem kommt es beim „erziehen“ eben manchmal zu Konflikten. Da will der Papa doch tatsächlich nicht ausschließlich Süßigkeiten erlauben, sondern besteht auf ein Salatblatt zwischendurch. Das kann dann auch hochkochen.
Irgendwann nimmt dann die große den Telefonhörer zur Hand. Was folgt ist das Stilmittel „Mama ex Machina“: Aus der Arbeit heraus muss beschwichtigt und vermittelt werden. Zum Amüsement der Kollegen.
Es könnte ja auch etwas schlimmes passiert sein. Also gehe ich dran. Und für die beiden wunderbarsten Geschöpfen der Erde ist es in dem Moment auch schlimm. Geradezu furchtbar und ohne dieses extra Stilmittel unlösbar.

Ich bin froh, dass sie mir vertrauen und ich in solchen Situationen meist wirklich auflösend wirken kann.
Trotzdem hasse ich diese Anrufe. Friedlich wäre mir lieber.
– Haben die antiken Dramatiker mal die Götter gefragt was sie von dem Stilmittel halten?

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