Müde

Manchmal bin ich einfach müde. Ob das an der Zeitumstellung liegt oder Frühjahrsmüdigkeit ist oder einfach eine Alltagsmüdigkeit weiß ich nicht. Es ist eine bleierne Müdigkeit, die sich über alles legt. Mein Bett zieht mich an wie ein riesiger starker Magnet, der in der Lage ist Fleisch und Knochen anzuziehen. Aber das Bett hält nicht, was es mir heimlich versprochen hat. Es lässt mich nicht aus einem erfrischenden kurzen Mittagsschlaf erwachen sondern spuckt mich aus, frierend, knatschig und müder als zuvor.
Das Bett ist so ein Lügner, wenn es um den seltenen, wunderbaren, luxuriösen Mittagsschlaf geht.

Einzig im Hochsommer, wenn man über jede Erfrischung dankbar ist, und die Mittagshitze zäh über die Stadt fließt, wenn man das Haus nur Nachts verlassen möchte, um nicht zu einer breiigen Masse zu werden, unfähig zu denken, unfähig sich groß zu bewegen, dann – ja dann – lässt einen das Bett nicht mehr frieren. Dann schläft man gar nicht erst ein vor Hitze. Man liegt dann da, schwitzt, ist erschöpft und müde, so müde.

Dornröschen hatte wohl ein zuverlässigeres Bett. Allerdings wäre es wenig alltagstauglich, wenn man gleich 100 Jahre schlafen würde.
Eine viertel Stunde, eine Stunde, was weiß ich.
Vielleicht meint es mein Bett also doch gut mit mir. Vielleicht ist es eher ein „Genug gefaulenzt, Dein Alltag bleibt nicht wie bei Dornröschen stehen, der geht immerzu weiter, und weiter und weiter.

Braves Bett!
Nur das mit dem Frieren …

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