Das ganze Leben ist ein Spiel

Jeder bekommt vom Leben einige oder mehrere Karten ausgeteilt mit denen es schwierig wird ein gutes Spiel zu spielen, mit denen man kaum gewinnen kann. Manch einer glaubt sich selbst schon als Gewinner, da bekommt er direkt den schwarzen Peter des Lebens und kann zusehen, den wieder loszuwerden. Manche schaffen es, manche nicht. Manche haben auch einfach Mitspieler, die ungünstige Karten haben und schlecht reinbuttern können wenn es mal nötig ist. Und genauso wie hier in dem Bild unterschiedliche Kartenspiele vermengt sind, kann man sich vielleicht ein bisschen die Regeln dieses Spiels zurechtbiegen. Einen gewissen Spielraum suchen. Vielleicht spielt auch jeder irgendwie sein eigenes Spiel und die Kunst ist es herauszufinden, welche Regeln denn nun gelten, damit man selbst siegreich aus dem Spiel hervorgeht. Vielleicht ist das auch das Geheimnis, wie man mit den Karten, die man ausgeteilt bekommt am besten umgeht. Der eine oder andere mag in einem Spiel mit kurzen Runden gelandet sein, aber genau diese Spiele sind oft am lustigsten. In großem Chaos und mit hoher Geschwindigkeit rauscht man lachend durch das Leben. Andere Spielen vielleicht ein hochkomplexes Spiel mit verwirrenden Regeln, ausgefeilten Strategien über einen langen Zeitraum. Auch das kann Spaß machen, mitunter aber auch frustrieren, besonders wenn man kein Meister in diesem Spiel ist. Egal welches Spiel man spielt, muss man doch aus den eigenen Karten das beste machen, nicht aufgeben und hinschmeißen sondern weiter machen und versuchen zu gewinnen. Egal, was die anderen über die Erfolgsaussichten denken mögen. Bevor das Spiel nicht beendet ist, steht der Gewinner nicht fest. Und wenn ich mich an die zahlreichen Spieleabende meiner Kindheit zurückerinnere, erinnere ich mich nicht mehr ob ich gewonnen habe oder verloren (außer bei Wissensspielen, aber das ist ein ganz anderes Thema) sondern ich erinnere mich, dass ich Spaß hatte, wir alle hatten gemeinsam Spaß. Und das ist vermutlich das eigentliche gewinnen.

Müde

Manchmal bin ich einfach müde. Ob das an der Zeitumstellung liegt oder Frühjahrsmüdigkeit ist oder einfach eine Alltagsmüdigkeit weiß ich nicht. Es ist eine bleierne Müdigkeit, die sich über alles legt. Mein Bett zieht mich an wie ein riesiger starker Magnet der in der Lage ist Fleisch und Knochen anzuziehen. Aber das Bett hält nicht, was es mir heimlich versprochen hat. Es lässt mich nicht aus einem erfrischenden kurzen Mittagsschlaf erwachen sondern spuckt mich aus, frierend, knatschig und müder als zuvor. Das Bett ist so ein Lügner wenn es um den seltenen, wunderbaren, luxuriösen Mittagsschlaf geht. Einzig im Hochsommer, wenn man über jede Erfrischung dankbar ist und die Mittagshitze zäh über die Stadt fließt, wenn man das Haus nur Nachts verlassen möchte um nicht zu einer breiigen Masse zu werden, unfähig zu denken, unfähig sich groß zu bewegen, dann ja dann lässt einen das Bett nicht mehr frieren. Dann schläft man gar nicht erst ein vor Hitze. Man liegt dann da schwitzt, ist erschöpft und müde, so müde.

Dornröschen hatte wohl ein zuverlässigeres Bett. Allerdings wäre es wenig alltagstauglich, wenn man gleich 100 Jahre schlafen würde. Eine viertel Stunde, eine Stunde, was weiß ich. Vielleicht meint es mein Bett also doch gut mit mir. Vielleicht ist es eher ein „Genug gefaulenzt, Dein Alltag bleibt nicht wie bei Dornröschen stehen, der geht immerzu weiter, und weiter und weiter.

Braves Bett. Nur das mit dem frieren…