Einkaufen

Ich habe ja die Theorie, dass man an dem, was ein Mensch im Supermarkt
auf das Band legt, meist sehr viel über den Menschen erfahren kann.

Ich erkenne meist an den Einkäufen, ob der Mensch vor mir ein Single oder verpaart ist, ob es ein Strohwitwer oder ein Witwer ist, der vor mir steht, ob der Mensch gerade zufrieden mit sich ist oder eher nicht und ob ein Mensch halbwegs erfolgreich ist oder eher nicht.

Einfach, werden die meisten sagen. Trotzdem finde ich es immer wieder lustig. Es ist für mich ein tolles Spiel, um die Wartezeit an der Kasse zu überbrücken. Und das eine oder andere Mal, hat sich später in einem Gespräch ergeben, dass ich mit meiner Einschätzung absolut recht hatte.

Interessanterweise, verändert sich auch das eigene Einkaufsverhalten. Wahrscheinlich hat diese Theorie deswegen hier Eingang gefunden.
Ich habe hier bereits früher über die „Sterbephasen“ in der Liebe geschrieben. Beobachtet man sich genau, so kann man eigentlich, auch bevor man weiß, dass man verliebt ist, am Einkaufsverhalten erkennen, dass es so ist.

Bei mir ist das sehr extrem. Ich hatte Jahre lang sehr gesunde, gemüselastige Einkäufe. Mit Beginn meiner Beziehung, wurden einige der Einkäufe (die vor gemeinsamen Tagen) etwas ungesünder. Mit dem Zusammenwohnen hat sich der Einkauf wieder geändert. Übrigens auch der, meines Freundes und dessen wahrscheinlich noch extremer als meiner. Mit der Geburt unseres Kindes hat sich unser Einkaufsverhalten erneut geändert. Trotzdem gibt es nach wie vor ganz
typische Einkäufe, die mich vermutlich mein Leben lang begleiten werden und
daher immer wieder auftauchen werden. Lauchstangen finden bei mir z.B. in
jeder Lebenslage Ihren Weg auf mein Band.

Mich würde interessieren, was bei anderen den entscheidenden Unterschied auf dem Band ausmacht und was genau etwas ganz typisches auf dem Band ist.

Reproduktion

Ich glaube für die Wahl eines Partners zur Reproduktion gelten völlig
andere Regeln als für die Wahl eines Partners quasi einfach so.
Bei der Partnersuche wird quasi eine Basis geschaffen.
Damit man in Reproduktion geht, müssen Dinge stimmen, die vorher eine eher untergeordnete Rolle oder gar keine Rolle spielen.
Der Dialekt, den man vorher vielleicht ganz charmant fand, kann zum Beispiel viel kritischer gesehen werden, da ja der eigene Nachwuchs hochdeutsch sprechen soll. Die Geduld ist plötzlich ein viel wichtigerer Faktor. Die Fähigkeit einen Freitagabend
zufrieden zuhause verbringen zu können, ist plötzlich ein Plus, statt irgendwie komisch. Plötzlich ist es viel wichtiger, ob der andere ein Familienmensch ist oder nicht.
Im Grunde sollte man eine Art Leitfaden erstellen, wenn man anfängt zu Daten und sich überlegen, was einem dann wichtig ist. Und man sollte sich vorher Gedanken darüber machen, was sich ändert, wenn sich alles ändert.
Da alles dies gar nicht möglich ist, ist meine Theorie mal wieder: Man muss manchmal echt einfach Glück haben.